Syndesmose-Riss

Fragenkatalog: Syndesmose-Riss
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- Pressemitteilung - 


Eine typische Sportlerverletzung: Riss der Syndesmose

 

Fußballfans kennen die Bilder: Nach einem Zweikampf geht einer der Spieler zu Boden und greift mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Unterschenkel. Sanitäter bringen ihn vom Feld, er kann nicht mehr weiterspielen. Die Diagnose: Riss der Syndesmose.

 

Michael Ballack zum Beispiel kostete diese Verletzung das Ticket zur WM 2010. Auch andere Fußballprofis wie Marcel Janssen oder Franck Ribéry setzte sie bereits außer Gefecht. Dr. Jörg Jochims, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie und Sportmediziner in der MANUS KLINIK Krefeld (www.manus-klinik.de) beantwortet die wichtigsten Fragen zu dieser typischen Sportverletzung.

 

Wo sitzt die Syndesmose?

Die Syndesmose besteht aus zwei Bändern zwischen dem Schienenbein und dem Wadenbein. Diese beiden Knochen bilden am unteren Ende die knöcherne Gabel für das Sprunggelenk und werden mit der Syndesmose festgehalten. 

 

Welche Funktion hat das Band?

Die Syndesmose stabilisiert die Knöchelgabel. Bei Verletzungen der Bänder am Sprunggelenk nimmt die Syndesmose eine Sonderstellung ein. Sie fixiert den Außenknöchel an das Schienbein und hält beides ohne die Unterstützung durch Muskeln oder Sehnen zusammen.

 

Wie entsteht eine Syndesmosenverletzung?

Bandverletzungen sind bei Sportlern relativ häufig und entstehen meist durch Umknicken oder Verdrehen im Sprunggelenk. Die Syndesmose kann verletzt werden oder sogar reißen, wenn beim Umknicken die Knöchelgabel auseinander gedrückt wird. Dies geschieht typischerweise, wenn man über den Fuß verdreht.


Handelt es sich um eine typische Fußballverletzung?

Sicher ist es keine Verletzung, die nur Fußballer betrifft, aber sie kommt bei Fußballern vermehrt vor. Bei Profifußballern ist diese Verletzung bekannt und durchaus gefürchtet, da sie eine längere Zwangspause nach sich zieht.

 

Ist diese Verletzung leicht zu erkennen?

Bevor die Kernspintomographie routinemäßig eingesetzt wurde, war eine sichere Diagnose schwierig. Im Zweifel ging man häufig von einer schweren Verstauchung aus. Mit den heutigen modernen Diagnoseverfahren können Spezialisten die Verletzung frühzeitig erkennen.

 

Tritt sie häufig auf? 

Handelt es sich nur um ein Umknicktrauma ohne Knochenbruch, ist eine Verletzung der Syndesmose glücklicherweise selten. Am häufigsten tritt sie gemeinsam mit einen Bruch des Außenknöchels auf. Sie gehört allerdings auch zu den Bandverletzungen im Bereich des Sprunggelenkes, die am häufigsten übersehen werden.

 

Welche Beschwerden hat der Patient? Kann er noch laufen? 

Ein Riss der Syndesmose schränkt die Stabilität so stark ein, dass man zwar noch hinkend laufen, aber sicher keinen Sport mehr treiben kann. Je nach Ausmaß der Verletzung kommt es zu einer Schwellung zwischen Außenknöchel und Schienbein. Schmerzen treten dann auf, wenn der Patient den Fuß nach innen und außen knickt oder ihn beugt.

 

Darf der verletzte Sportler noch auf niedrigem Level mittrainieren?

Nein – auf keinen Fall. Bei einer Syndesmosenverletzung ist der gesamte Knöchelbereich instabil und es drohen schwerwiegendere Verletzungen, sollte der Patient erneut umknicken. Steht die Diagnose fest, folgt eine mindestens sechswöchige Sportpause. Die Bandverletzung muss stabil ausheilen, da sonst eine chronische Instabilität droht.


Wie wird die Verletzung behandelt? Welche Möglichkeiten gibt es?

Die richtigen Sofortmaßnahmen sind die jeder Sportverletzung: mit dem Sport aufhören, betroffene Region kühlen, einen milden Kompressionsverband anlegen und das Bein hochlagern – am besten durchgängig innerhalb der ersten 48 Stunden.

Sind beide Bandanteile gerissen, so nähen wir die Bänder und stabilisieren die Knöchelgabel mithilfe einer sogenannten Stellschraube. Die Schraube wird nach sechs Wochen entfernt. Bis dahin ist zusätzlich eine Ruhigstellung mit Gips erforderlich. Ist nur ein Teil der Syndesmose verletzt, fast immer der vordere, so kann man die Verletzung konservativ behandeln, zum Beispiel mit einem Unterschenkelgehgips für sechs Wochen.

 

Wie lange dauert die Rehabilitationszeit? Wann ist der Sportler wieder wettkampftauglich?

Konservative wie operative Therapien ziehen zunächst eine sechswöchige Ruhigstellung im Gipsverband nach sich. Es folgt eine spezielle krankengymnastische Behandlung. Sportartspezfisches Training ist in aller Regel nach etwa acht bis zwölf Wochen, Wettkampfsport in den meisten Fällen erst nach zwölf Wochen möglich.

 

Dauert die Regenerationszeit bei einem Nicht-Profisportler genauso lange?

Ein Profisportler hat sicherlich mehr Zeit, sich seiner Rehabilitation zu widmen. Dies bedeutet, dass neben der Behandlung der eigentlichen Verletzung auch andere Körperabschnitte und Körperfähigkeiten trainiert werden, um den Trainingsrückstand gering zu halten. Diese umfassenden Optionen stehen Freizeitsportlern normalerweise nicht zur Verfügung. Die Zeit, bis der Profisportler wieder fit ist, verkürzt sich im Vergleich zu einem Hobbysportler um schätzungsweise 20 Prozent.

 

Was bedeutet so eine Verletzung für die berufliche Zukunft eines Sportlers? Heilt sie vollständig aus oder ist die Rückfallquote besonders hoch? 

Wenn eine Syndesmosenverletzung angemessen therapiert wird, heilt sie vollständig aus. Sollte zusätzlich der Knorpel des oberen Sprunggelenkes verletzt sein, so kann es sein, dass der Sportler seine Sportart in der Folge nicht mehr ausüben kann. Profifußballer leiden sehr häufig an Veränderungen der oberen Sprunggelenke durch Verschleiß, die zum Ende der Laufbahn symptomatisch werden. Statistisch gesehen sind diese neben Veränderungen und Verletzungen des Kniegelenkes die zweithäufigste Ursache für das Karriere-Ende.


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